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Der DFJW-Bericht

So, jetzt hört [=liest] man mal endlich wieder was neues von mir....nämlich den Bericht, den ich für das Deutsch-Französische Jugendwerk geschrieben habe. Wirklich ehrlich die ungekürzte Originalversion!

Mon séjour en France – Mein Aufenthalt in Frankreich (12.8.–15.10.2006)

Die Anfänge

Sofort, als unser Französischlehrer uns über dieses Austauschprogramm informierte, dachte ich: „Ich mache da mit!!!“ Ich habe keinen Moment gezögert, mich anzumelden. Und dann, im Mai, kam meine Austauschschülerin Anaïs zu uns. Wir haben uns sehr gut verstanden und fanden einander sofort sympathisch, wenn es anfangs auch schwierig war, sich auf Deutsch zu unterhalten, da Anaïs unsere Sprache kaum beherrschte. Ich habe sie wirklich vermisst, nachdem sie zurück nach Frankreich geflogen ist.

Und so habe ich mich sehr auf den 12. August gefreut, an dem ich endlich nach Frankreich geflogen bin. Ich war die ganze Zeit am Hamburger Flughafen glücklich und voller Vor­freude, bis es dann wirklich daran ging, sich zu verabschieden ... und dann habe ich doch geheult ... und erst, als ich im Flugzeug saß, ging es mir besser, denn dann siegte die Vor­freude auf Frankreich über die Trauer, meine Familie drei Monate lang nicht mehr zu sehen Als ich dann endlich in Nantes angekommen war, dauerte es natürlich ewig, bis ich meinen Koffer bekommen habe, doch dann konnte ich endlich zu meiner Gastfamilie. Anaïs habe ich gleich wiedererkannt, und ihre Eltern sahen genau so aus wie auf den Fotos, die ich von Anaïs bekommen hatte, und ich fand sie sofort sympathisch. Am ersten Abend in Champtoceaux, einem idyllischen kleinen Dörfchen an der Loire, haben meine neuen Familienmitglieder mich zum Glück noch nicht gezwungen, die ganze Zeit zu reden oder etwas zu unternehmen, so hat man Zeit, sich zunächst an den Gedanken zu gewöhnen, in Frankreich zu sein.

Da wir noch drei Wochen Ferien hatten, sind wir am zweiten vollständigen Tag, an dem ich dort war, auf die Ile aux Moines gefahren, eine Insel im Golf von Morbihan. Dort haben wir im Haus von Anaïs’ Großeltern gewohnt. Wir waren segeln, besichtigten Vannes und ver­brachten einen Tag auf der Halbinsel Quiberon. Ansonsten haben wir in den Ferien noch eini­ges in der Umgebung besichtigt, und an einem Ferientag mussten wir zur Schule, die uns deutschen Schülerinnen gezeigt werden sollte. Insgesamt waren wir sechs Deutsche, alle Mädchen. An dem Tag konnten wir auch entscheiden, in welche Klasse wir wollten. Eigentlich war geplant, dass wir in die „seconde“ (entspricht der 10. Klasse) kommen, doch da dort alle Klassen schon überfüllt waren, durften wir uns eine „première“ aussuchen. Zur Auswahl hatten wir die Zweige ES (= économie et social) und L (= littérature), da S (= sciences) ebenfalls überfüllt war, und ich habe mich für L entschieden. Da Anaïs in der première S ist, waren wir also nicht in einer Klasse, aber das fand ich nicht schlimm, da meine Freundin, die ebenfalls am Austausch teilgenommen hat, auch in der L war. Wir vier Deutschen in der L haben uns auch alle gut verstanden.

Schule

Am ersten Schultag ging es dann so richtig los! Für uns, da wir ja première waren, zum Glück erst um 14 Uhr. Wir hatten auch nur zwei Stunden, in der ersten davon haben wir unsere Stundenpläne bekommen, in der zweiten die Bücher. Den Stundenplan zu verstehen war gar nicht so einfach, da unser Klassenlehrer ihn diktierte und es verschiedene Kurse zu gleichen Zeiten gab, wodurch wir recht verwirrt waren und nicht genau wussten, wann wir Unterricht haben und wann nicht. Vor allem hatten wir das Gefühl, viel zu viele Freistunden zu haben, doch als wir nach der Stunde unseren Lehrer gefragt haben, meinte er, das sei normal und alles richtig so. Also hatten wir 27/26 Stunden pro Woche und 12/13 Freistunden, die wir meist damit verbracht haben, uns zu unterhalten. Die unterschiedlichen Zahlen erklären sich durch das Zwei-Wochen-System in Frankreich, nach dem man entweder in Woche eins oder in Woche zwei ist. Nach einigen Tagen fingen wir an, uns mit den Franzosen aus unserer Klasse anzufreunden, die uns dann auch dabei geholfen haben, zu verstehen, was die Lehrer im Unterricht erzählt haben. In den meisten Fächern bin ich aber ganz gut mitgekommen, außer Geschichte, da der Lehrer (unser Klassenlehrer) äußerst schnell gesprochen und fast nie etwas an die Tafel geschrieben, sondern nur diktiert hat. Im Französischunterricht hat die Lehrerin fast die ganze Stunde damit verbracht, an die Tafel zu schreiben, also genau das andere Extrem, aber wenigstens konnte ich so dem Unterricht folgen. Die restlichen Unter­richtsfächer waren sprachlich gut zu verstehen. Das einzige Fach, von dem ich allerdings enttäuscht war, war Deutsch.

Deutschunterricht

Als wir erfahren haben, dass wir Deutsch als zweite Fremdsprache, also nur zwei Stunden die Woche haben, waren wir zunächst nicht sehr begeistert, da wir dachten, der Deutschunterricht sei das einzige Fach, in dem wir alles verstehen und in dem wir richtig mitarbeiten können. Doch im Nachhinein war es eher gut, dass wir nur zweimal Deutsch hatten. Das erste Thema, das die Lehrerin behandelt hat, waren Fragen und wie man sich vorstellt, und im Vergleich zuunserem Niveau in Französisch (auch unsere zweite Fremdsprache) kam uns das viel zu einfach vor. Durch das Sprechtempo der Lehrerin wurde unsere Abneigung nur noch gesteigert, da sie immer sehr langsam sprach, auch, wenn sie nach der Stunde nur mit uns Deutschen geredet hat. Zudem hat sie häufig auch Fehler gemacht, wenn sie an die Tafel geschrieben hat, und wenn wir sie dann korrigiert haben, wurde sie leicht ungehalten. Nach dem Thema „Fragen“ kam dann ein Thema aus dem Buch, zu dem als Einstieg eine Grafik über Arbeitslosenquoten beschrieben werden sollte; also ein Thema, das ganz andere Sprachkenntnisse verlangt. Das war insofern seltsam, da die Lehrerin mit den Fragen die Schüler zu unterfordern schien, das Thema Arbeitslosenquoten aber zu schwer war, trotzdem hat sie zu den Fragen viel mehr Vokabeln erläutert und Formulierungshilfen gegeben.

Abgesehen davon hat mir Schule in Frankreich aber sehr gut gefallen; die Leute, die Lehrer, das Unterrichtsprinzip (Frontalunterricht, meiner Meinung nach ist der effektiver als die mir aus Deutschland bekannten Unterrichtsformen wie Gruppenarbeit oder Arbeitsaufträge, die vor allem dazu dienen, dem Lehrer eine Pause zu verschaffen) und sogar die Länge der Schultage. Wenn die Schultage länger sind, man also erst abends zuhause ist, tut man viel mehr sinnvolle Dinge, als wenn man schon mittags nachhause käme. Außerdem finde ich es gut, dass in Frankreich nicht jede Klasse einen eigenen Klassenraum hat, sondern dass der Lehrer einen festen Raum hat. So sitzt man, vor allem in den großen Pausen, nicht nur taten­los im Klassenraum, sondern bewegt sich viel, wenn man jeden Tag ein paar Mal Treppen steigen muss. Ich fand die Atmosphäre in meiner französischen Schule auch viel angenehmer als in Deutschland, die Schüler sind viel entspannter und weniger aggressiv. Anders als in Deutschland schreien Schüler in den Pausen auch nicht über die Flure, es ist viel ruhiger. Auch das Prinzip des Mittagessens gefällt mir, das man entweder um 11:30, um 12:05 oder um 13:00 einnimmt, je nachdem, wann man Unterricht hat. Ich finde das sehr gut, weil man dann zu einer Zeit, in der man Hunger hat, auch etwas essen kann, und nicht wie in Deutsch­land erst zwei Stunden darauf warten muss, weil man vorher nicht zuhause ist. Außerdem ist gemeinsames Mittagessen mit Freunden kommunikativ, und man hat zwischen dem ganzen Unterricht auch mal eine Stunde Pause. Zusätzlich dazu bekommt man durch dasKantinen­essen ja mittags auch eine relativ ausgewogene Mahlzeit (viel frisches Obst und Gemüse, viele gesunde Milchprodukte), wohingegen man zuhause möglicherweise nur Fastfood gegessen hätte.

Die letzten Tage

Der schlimmste Schultag war sicherlich der letzte. Die meiste Zeit war ich gut gelaunt, da ich mich sehr darauf gefreut habe, meine Familie und Freunde bald wiedersehen zu können; doch als ich nach der Schule in den Bus gestiegen bin, um nach Hause zu fahren, musste ich anfangen zu weinen, da mir in dem Moment klar wurde, dass ich die Schule als Schülerin nie wiedersehen würde ... und da mir die Schule wirklich sehr gefallen hat, sie gefällt mir sogar besser als meine Schule in Deutschland, war ich natürlich schon traurig. Die ganze Busfahrt über nach Hause habe ich geweint und fühlte mich leer. Ein ähnlicher Moment war der, in dem ich mit dem Kofferpacken fertig war und endgültig nicht mehr in Frankreich wohnte, sondern nur noch eine Nacht dort übernachtet habe. Es macht einen einfach traurig, wenn man drei Monate in einem fremden Land lebt, sich dort schnell wohl fühlt, die Menschen dort nett findet und einfach glücklich ist, und dann von einem Tag auf den anderen weg muss. Als wir an meinem letzten Tag losfahren wollten zum Flughafen, wollte ich eigentlich gar nicht aus dem Haus, wollte nicht weg aus dem Paradies (das ist nicht nur im übertragenen Sinne gemeint, das war auch der Name der Straße, in der ich gewohnt habe, le paradis), und am liebsten wäre ich noch länger dort geblieben. Während der Autofahrt und auch am Flughafen musste ich mehrmals fast weinen, doch ich habe es immer geschafft, die Tränen zurück­zuhalten – bis auf den Moment, in dem ich mich endgültig von der Familie Ecault ver­abschieden musste ... Anaïs’ Eltern haben mich mit jeweils zwei Küsschen verabschiedet, da hatte ich mich noch fast unter Kontrolle, doch als Anaïs mich dann umarmt hat, flossen die Tränen. Und unter Tränen habe ich meiner Familie noch etwas versprochen; nicht etwa, dass ich versuchen werde, sie irgendwann mal zu besuchen, auch nicht, dass ich gerne einmal wiederkommen möchte, sondern dass ich wiederkommenwerde . Dasselbe hat Anaïs mir auch versprochen. Also werden wir uns auf jeden Fall einmal wiedersehen, und ich freue mich sehr darauf.

Die Sprache

Ich hatte eigentlich keine oder nur selten Verständnisprobleme, was die Sprache angeht. Die Mitglieder meiner Gastfamilie haben, wenn sie mit mir geredet haben, am Anfang auch extra langsam gesprochen, damit ich sie auch verstehe, und nach ein paar Wochen konnte ich auch normales Sprechtempo ohne Probleme verstehen. Viel gelernt habe ich auch, wenn ich neben Anaïs gesessen und ihr beim Chatten zugesehen habe, wodurch ich vor allem viel Jugend- und Umgangssprache gelernt habe, aber mir haben sich auch Satzstrukturen und Begriffe ein­geprägt, so dass ich jetzt viel besser Sätze formulieren kann als vorher. Außerdem spreche ich schneller und kann schnell Gesprochenes verstehen. Zudem habe ich offenbar den leichten Akzent der Region übernommen, ich klinge angeblich so wie Anaïs, wenn sie französisch spricht.

Retrospektive

Ich bin sehr froh, dass ich mich dazu entschieden habe, an diesem Austausch teilzunehmen. Dadurch habe ich nicht nur meine Sprachkenntnisse deutlich verbessert, sondern bin auch ein wenig erwachsener und ruhiger geworden. Mir haben der Austausch und mein Aufenthalt in Frankreich sehr gut gefallen, da dies eine unschätzbar wertvolle Erfahrung war. Ich bin der Meinung, jeder sollte einmal diese Erfahrungen machen, die ein Austausch mit sich bringt, oder zumindest die Gelegenheit haben, einige Zeit im Ausland zu verbringen, denn es ist sehr interessant, eine andere Kultur kennen zu lernen und in ihr zu leben.

Auf jeden Fall hat mir mein Frankreichaufenthalt sehr viel Spaß gemacht, und ich würde jedem sofort empfehlen, ebenfalls am Brigitte-Sauzay-Programm teilzunehmen. Die Dauer ist lang genug, um das Sprachniveau entscheidend zu erhöhen, und kurz genug, um zuhausenicht allzu viel vom Schulstoff zu verpassen. Und schließlich: das Heimweh lässt sich in einem drei­monatigen Austausch doch einigermaßen aushalten


PS: Die Bilder kommen bestimmt bald...das Problem ist nur, anscheinend ist die Hälfte meiner Bilder ohne weiteres nicht lesbar! Also warte ich erstmal ab, was mein Expertenteam dazu sagt...im Moment bunkert der selbsternannte Exsperte ja noch die Karten, da haben die anderen Beiden natürlich keine Chance. Naja. Mal schauen, was draus wird.

4.11.06 15:02
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


caddy19 (8.11.06 18:30)
RONJA!!!!!!
Wenn ich das lese komm ich mir voll DOOF vor!!! So hab ich den NICHT IM ANSATZ geschrieben!!! Ich hab überhaupt nicht so geschrieben sondern auf nem ganz anderen niveau^^ ich hätte den nicht lesen sollen^^ Jetzt kann ich meinen ja noch mal neu schreiben udn egtl ALLES streichenwas ich vorher sagen wollte^^ NA toll... wenn die unsere BErichte vergleichen bekomme ich das Geld im Leben NICHT zurück!!!
Naja 3 TAge noch HDGDL

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